Sternschanze Lindau: Aussichtspunkt, Hexenstein und Inselrundweg

Die Sternschanze gehört zu den stilleren Sehenswürdigkeiten auf der Lindauer Insel. Während sich am Hafen viele Besucher rund um Leuchtturm und Löwen drängen, bietet die ehemalige Verteidigungsanlage einen ruhigeren Blick über den Bodensee. Besonders reizvoll ist der Platz am Abend, wenn die Sonne über dem westlichen Seeufer untergeht.

Kurzantwort: Die Sternschanze in Lindau ist ein erhaltener Teil der historischen Stadtbefestigung und zugleich ein kleiner Aussichtspunkt am Rand der Insel. Der Besuch ist kostenlos und dauert allein ungefähr 15 bis 30 Minuten. Wirklich lohnend wird die Sternschanze als Station auf einem Spaziergang über die westliche Insel: Dabei lassen sich auch Pulverturm, Pulverschanze, Luitpoldpark und der Uferweg am Kleinen See entdecken. Bei niedrigem Wasserstand kannst du vor der Schanze möglicherweise den sagenumwobenen Hexenstein erkennen.

Sternschanze Lindau
Sternschanze Lindau

Die Sternschanze auf einen Blick

InformationDas solltest du wissen
LageAm Rand der westlichen Lindauer Insel nahe Bahndamm und Thierschbrücke
BesonderheitLetzte deutlich sichtbare Schanze am Lindauer Inselrundweg
ZeitbedarfEtwa 15 bis 30 Minuten, mit Rundweg 1 bis 2 Stunden
EintrittFrei zugänglicher Aussichtspunkt ohne Eintritt
Beste ZeitSpäter Nachmittag und Sonnenuntergang
AussichtBodensee, westliches Ufer und Richtung Bad Schachen
Interessant fürSpaziergänger, Fotografen, Geschichtsinteressierte
In der NähePulverturm, Pulverschanze, Luitpoldpark, Diebsturm
Besonderes DetailHexenstein im Bodensee, teilweise nur bei Niedrigwasser sichtbar

Was ist die Sternschanze in Lindau?

Eine Schanze war keine Burg und auch kein klassischer Wehrturm. Gemeint ist eine vorspringende Verteidigungsanlage, von der aus gefährdete Bereiche einer Stadtmauer oder eines Ufers besser geschützt werden konnten.

In Lindau wurde die Stadtbefestigung ab etwa 1500 erweitert. Damals bezog man auch den zuvor weitgehend unbebauten westlichen Teil der Insel in die Verteidigung ein. Zu den Anlagen gehörten unter anderem Karlsbastion, Pulverschanze, Sternschanze und Lindenschanze. Am westlichsten Punkt entstand 1508 zusätzlich der Pulverturm.

Ihre militärische Bedeutung zeigte sich während des Dreißigjährigen Krieges. Schwedische Truppen belagerten Lindau 1646 und 1647, konnten die Inselstadt jedoch nicht einnehmen. Heute sind nur noch Teile der früheren Befestigungen erhalten.

Die Sternschanze ist dabei kein großes Bauwerk mit Innenräumen oder einem begehbaren Turm. Zu sehen ist vor allem die Form der befestigten Anlage mit ihren Mauern und der darüberliegenden Aussichtsfläche. Wer eine spektakuläre Einzelattraktion erwartet, könnte zunächst enttäuscht sein. Als geschichtlicher Punkt am Ufer und als ruhige Pause auf dem Inselrundgang besitzt sie jedoch einen eigenen Reiz.


Warum lohnt sich die Sternschanze?

Die bekannten Wahrzeichen Lindaus befinden sich überwiegend an der südlichen und östlichen Seite der Insel. Rund um Hafen, Maximilianstraße und Altes Rathaus ist entsprechend viel los.

An der Sternschanze verändert sich die Atmosphäre. Der Blick richtet sich nicht auf die Hafeneinfahrt, sondern über den westlichen Teil des Bodensees. Gegenüber liegt das Schachener Ufer mit seinen Parks, Villen und alten Bäumen. Die Bahngleise und die Thierschbrücke sind zwar in der Nähe, dennoch wirkt die kleine Plattform deutlich ruhiger als die Seepromenade am Hafen.

Am meisten überzeugt der Platz in drei Situationen:

  • bei klarer Sicht über den Bodensee,
  • am späten Nachmittag mit tiefer stehender Sonne,
  • als Zwischenstation auf einem längeren Spaziergang um die Insel.

Aus Besuchersicht sollte die Sternschanze nicht als einziges Ziel für eine längere Anfahrt betrachtet werden. In Verbindung mit dem westlichen Inselufer wird sie jedoch zu einem interessanten Teil von Lindau, den viele Tagesgäste auslassen.


Ein ruhiger Aussichtspunkt für den Sonnenuntergang

Die offizielle Lindauer Tourismusinformation bezeichnet die Sternschanze als kleinen Aussichtspunkt und als besonders guten Platz für Sonnenuntergänge. Der Blick geht über den See in westliche Richtung – genau dorthin, wo die Sonne am Abend hinter dem Ufer verschwindet.

Für einen ungestörten Rundumblick ist die Plattform zu klein und teilweise von Bäumen eingerahmt. Gerade das sorgt jedoch dafür, dass der Ort geschützter und weniger ausgestellt wirkt als die offene Hafenpromenade.

Für Fotos lohnt es sich, nicht erst unmittelbar zum Sonnenuntergang anzukommen. Etwa 30 bis 45 Minuten vorher fällt das Licht flacher über das Wasser und lässt Mauern, Bäume und Ufer deutlicher hervortreten.

Bei schlechtem Wetter oder dichtem Dunst bleibt die historische Anlage sehenswert, der eigentliche Aussichtseffekt fällt dann allerdings geringer aus. Einen ersten Eindruck von Sicht und Wetter vermittelt die Webcam in Lindau.


Der Hexenstein vor der Sternschanze

Vor der Sternschanze liegt im Wasser ein großer Gneisblock. Er wurde während der letzten Eiszeit an seinen heutigen Platz transportiert und wird als Hexenstein bezeichnet.

Meist befindet sich ein großer Teil des Steins unter Wasser. Bei niedrigem Pegel kann er deutlicher sichtbar werden und gelegentlich bis zu einem Meter aus dem Bodensee ragen. Wann und wie viel davon zu erkennen ist, hängt vom Wasserstand ab.

Die Sage von der fliehenden Hexe

Der Überlieferung nach wurde eine Hexe am gegenüberliegenden Ufer durch den Wandermönch Gallus und seine Begleiter vertrieben. Auf ihrer Flucht soll sie mit drei gewaltigen Schritten über den Bodensee gesprungen sein.

Der erste Schritt führte auf einen kleineren Felsen, der zweite auf den heute noch bekannten Hexenstein und der dritte bis an das Lindauer Ufer. Auf den Steinen sollen früher sogar menschliche Fußabdrücke zu erkennen gewesen sein.

Ob der Felsen jemals einen solchen Abdruck trug, lässt sich nicht belegen. Die Erzählung verbindet die Lindauer Insel jedoch mit alten Bodenseesagen rund um Gallus, Dämonen und die Christianisierung der Region.

Hexe oder Heilige?

Eine zweite Sage schreibt den Fußabdruck nicht einer Hexe, sondern der heiligen Aurelia zu. Sie soll im 11. Jahrhundert von Fußach nach Lindau geflohen sein und dabei ebenfalls über den Felsen gelangt sein.

Welche Erzählung älter ist und wie beide miteinander verbunden wurden, bleibt offen. Sicher ist nur, dass der Hexenstein ein eiszeitliches Gestein ist. Die Geschichten entstanden erst später und machten aus einem Felsblock im See einen sagenumwobenen Ort.


Der beste Spaziergang zur Sternschanze

Nur für die Sternschanze allein musst du keinen langen Rundgang einplanen. Besonders stimmig ist die Verbindung mit dem westlichen Inselufer.

Kurzer Rundweg ab Bahnhof Lindau-Insel

Vom Inselbahnhof gehst du zunächst in westliche Richtung und überquerst oder unterquerst den Bereich der Bahngleise je nach gewähltem Weg. Anschließend erreichst du die Sternschanze nahe der Thierschbrücke.

Danach kannst du am Wasser weiterlaufen:

  1. Sternschanze und Hexenstein
  2. Uferweg der westlichen Insel
  3. Pulverschanze
  4. Pulverturm Lindau
  5. Luitpoldpark
  6. Rückweg durch die westliche Altstadt
  7. Schrannenplatz und Diebsturm Lindau

Für diese Runde solltest du je nach Pausen ungefähr 60 bis 90 Minuten einplanen.

Der vollständige Inselrundweg

Der offizielle Gartenkulturpfad führt auf rund vier Kilometern um die Lindauer Insel. Die Strecke beginnt am Europaplatz, passiert mehrere Schanzen, Grünanlagen und die Hafeneinfahrt und endet am Stadtgarten. Offiziell wird die etwa einstündige Tour als leicht eingestuft. Mit Fotostopps, Aussichtspausen und kurzen Abstechern solltest du eher anderthalb bis zwei Stunden rechnen.

Die Sternschanze ist Station 11 und damit einer der letzten Punkte der Runde. Der offizielle Gartenkulturpfad mit Karte und GPX-Datei eignet sich gut zur Orientierung.

Für einen ausführlicheren Rundgang durch Gassen, Plätze und Hafen kannst du den Weg mit der Lindauer Altstadt verbinden.


Sternschanze, Pulverschanze oder Pulverturm?

Die ähnlich klingenden Namen sorgen leicht für Verwirrung. Es handelt sich um verschiedene Orte auf der westlichen Insel.

Sternschanze

Sie liegt näher an Bahndamm und Thierschbrücke. Im Mittelpunkt stehen die erhaltene Befestigungsform, der Blick über den See und der Hexenstein.

Pulverschanze

Die Pulverschanze befindet sich weiter westlich. Unter ihren Bäumen lässt sich besonders gut eine Pause am Ufer einlegen. Auch sie gehört zu den historischen Befestigungen.

Pulverturm

Der runde Pulverturm steht am westlichsten Punkt der Insel. Er wurde 1508 errichtet und ist ein richtiges Gebäude mit Zeltdach. Der Turm ist deutlich auffälliger als die beiden Schanzen, kann aber normalerweise nicht wie ein Museum frei von innen besichtigt werden.

Wer genügend Zeit besitzt, sollte alle drei Stationen verbinden. Die Wege dazwischen sind kurz und führen größtenteils am Bodenseeufer entlang.


Besuch planen: Dauer, Anreise und Parken

Wie viel Zeit solltest du einplanen?

Für die Aussichtsfläche, einige Fotos und den Blick zum Hexenstein reichen ungefähr 15 bis 30 Minuten.

Sinnvoller sind:

  • 30 bis 45 Minuten: Sternschanze und kurzer Weg am Kleinen See
  • 60 bis 90 Minuten: Sternschanze, Pulverschanze und Pulverturm
  • 1,5 bis 2 Stunden: vollständiger Inselrundweg mit Pausen
  • Halber Tag: Verbindung mit Altstadt, Hafen und Leuchtturm

Anreise mit der Bahn

Der Bahnhof Lindau-Insel liegt nur wenige Gehminuten entfernt. Regionalzüge fahren weiterhin direkt auf die Insel. Fernverkehrszüge halten überwiegend am Bahnhof Lindau-Reutin auf dem Festland, von wo Verbindungen zum Inselbahnhof bestehen.

Für den Besuch der Sternschanze ist die Bahnanreise besonders angenehm, da du anschließend weder einen Parkplatz suchen noch zum Ausgangspunkt zurücklaufen musst.

Parken

Die Zahl der Parkplätze auf der Insel ist begrenzt. Für den offiziellen Inselrundweg nennt Lindau Tourismus unter anderem das Parkhaus P4 bei der Inselhalle und den Parkplatz P3 am Karl-Bever-Platz. Vom Festland gelangst du zu Fuß oder mit dem Stadtbus auf die Insel.

Bei einem reinen Stadtbesuch ist es meist entspannter, außerhalb der engen Altstadt zu parken und den restlichen Weg zu Fuß zurückzulegen.


Kann man bei der Sternschanze baden?

Auf der westlichen Insel gibt es Möglichkeiten, direkt in den Bodensee zu gelangen. Die Stadt Lindau nennt ausdrücklich den Bereich zwischen Sternschanze und Karlsbastion als mögliche Badestelle.

Dabei handelt es sich nicht um ein klassisches Strandbad mit Badeaufsicht, Umkleiden und umfassender Infrastruktur. Wasserstand, Uferzugang und Wetter können den Einstieg beeinflussen.

Für einen geplanten Badetag ist ein ausgewiesenes Strandbad bequemer. Für eine kurze Abkühlung während eines sommerlichen Inselspaziergangs kann der westliche Uferbereich dennoch interessant sein.


Für wen lohnt sich der Besuch?

Die Sternschanze passt besonders gut zu Besuchern, die Lindau nicht nur über die bekannten Postkartenmotive kennenlernen möchten.

Der Abstecher lohnt sich für:

  • Spaziergänger auf dem Inselrundweg,
  • Fotografen am späten Nachmittag,
  • Besucher mit Interesse an der Stadtbefestigung Lindaus,
  • Familien, die eine kurze Pause am Wasser suchen,
  • Reisende, die dem Trubel am Hafen ausweichen möchten,
  • Sammler alter Bodenseesagen und Geschichten.

Weniger geeignet ist die Sternschanze als alleiniger Programmpunkt. Es gibt keine Ausstellung, keinen begehbaren Turm und keine längere Besichtigung. Ihr Wert entsteht durch die Verbindung aus Geschichte, Aussicht, Uferweg und ruhiger Atmosphäre.


Lohnt sich die Sternschanze in Lindau?

Ja, allerdings nicht als große Hauptsehenswürdigkeit. Die Sternschanze ist ein kleiner historischer Ort, den du am besten in einen Spaziergang über die westliche Insel einbaust.

Der Abstecher kostet kaum Zeit, führt zu einem ruhigeren Aussichtspunkt und zeigt einen Teil Lindaus, den viele Besucher zwischen Bahnhof, Maximilianstraße und Hafen übersehen. Zusammen mit Hexenstein, Pulverschanze und Pulverturm entsteht eine abwechslungsreiche Route zwischen Stadtgeschichte und Bodenseeufer.

Besonders am Abend ist die Sternschanze eine gute Alternative zur oft vollen Hafenpromenade. Wer genügend Zeit mitbringt, bleibt nicht nur für ein Foto, sondern setzt sich für einige Minuten an den See und lässt den Blick in Richtung Schachen wandern.


FRQ – Häufige Fragen zur Sternschanze Lindau

Wo liegt die Sternschanze in Lindau?

Die Sternschanze liegt am Rand der westlichen Lindauer Insel nahe dem Bahndamm und der Thierschbrücke. Vom Bahnhof Lindau-Insel ist sie zu Fuß in wenigen Minuten erreichbar.

Was ist die Sternschanze?

Die Sternschanze ist ein erhaltener Teil der früheren Lindauer Stadtbefestigung. Solche vorspringenden Anlagen dienten dazu, das Ufer und gefährdete Abschnitte der Befestigung besser verteidigen zu können.

Kostet die Sternschanze Eintritt?

Nein. Die Sternschanze ist ein frei zugänglicher Aussichtspunkt am Inselrundweg. Es gibt weder Kasse noch reguläre Besichtigungszeiten.

Wie lange dauert der Besuch?

Für die Sternschanze allein reichen etwa 15 bis 30 Minuten. Zusammen mit Pulverschanze, Pulverturm und westlichem Ufer solltest du ungefähr 60 bis 90 Minuten einplanen.

Was sieht man von der Sternschanze?

Von der Plattform blickst du über den Bodensee und in Richtung des Schachener Ufers. Besonders schön ist die Aussicht am späten Nachmittag und zum Sonnenuntergang.

Was ist der Hexenstein in Lindau?

Der Hexenstein ist ein eiszeitlicher Gneisblock im Bodensee vor der Sternschanze. Einer Sage nach sprang eine fliehende Hexe über den Stein bis nach Lindau. Eine andere Erzählung verbindet ihn mit der heiligen Aurelia.

Ist der Hexenstein immer sichtbar?

Nein. Wie viel vom Hexenstein zu sehen ist, hängt vom Wasserstand des Bodensees ab. Bei niedrigem Wasserstand tritt er deutlicher hervor.

Kann man an der Sternschanze baden?

Im Bereich der westlichen Insel zwischen Sternschanze und Karlsbastion ist der Zugang zum Wasser grundsätzlich möglich. Es handelt sich jedoch nicht um ein bewachtes Strandbad.

Wann ist die beste Zeit für die Sternschanze?

Am stimmungsvollsten ist der Platz am späten Nachmittag und zum Sonnenuntergang. Vormittags ist es häufig besonders ruhig.

Welche Sehenswürdigkeiten liegen in der Nähe?

In der Nähe befinden sich Pulverschanze, Pulverturm, Luitpoldpark, Diebsturm und die westliche Lindauer Altstadt. Diese Ziele lassen sich gut zu einem Rundgang verbinden.