Mit seiner kräftig roten Fassade und dem geschwungenen Giebel fällt das Neue Rathaus am Lindauer Bismarckplatz sofort auf. Dennoch gehen viele Besucher zunächst daran vorbei, weil das benachbarte Alte Rathaus deutlich aufwendiger bemalt ist. Der spannendste Moment kommt ohnehin nicht beim Betreten des Gebäudes, sondern zweimal täglich: Dann erklingen über dem Platz die 24 Bronzeglocken des Lindauer Glockenspiels.
Kurzantwort: Das Neue Rathaus Lindau steht am Bismarckplatz 3 mitten in der Altstadt auf der Lindauer Insel. Das Glockenspiel erklingt täglich um 11:45 Uhr und 17:45 Uhr. Der Innenbereich kann nicht regulär besichtigt werden, da das ehemalige Rathaus heute als Wohn- und Geschäftshaus genutzt wird. Für das Gebäude, das Glockenspiel und einen Blick auf den benachbarten Bismarckplatz solltest du etwa 15 bis 30 Minuten einplanen.

Das Wichtigste auf einen Blick
| Information | Angaben |
|---|---|
| Name | Neues Rathaus Lindau |
| Adresse | Bismarckplatz 3, 88131 Lindau |
| Lage | Lindauer Insel, unmittelbar neben dem Alten Rathaus |
| Bauzeit | 1706 bis 1717 |
| Baustil | Barock |
| Glockenspiel | Täglich um 11:45 Uhr und 17:45 Uhr |
| Anzahl der Glocken | 24 Bronzeglocken |
| Eintritt | Kostenlos, da Besichtigung von außen |
| Innenbesichtigung | Regulär nicht möglich |
| Zeitaufwand | Etwa 15 bis 30 Minuten |
| Besonders sehenswert | Volutengiebel, Glockenspiel und Rathausensemble |
Das Gebäude steht mitten in der Fußgängerzone und lässt sich problemlos in einen Rundgang durch die Lindauer Altstadt einbauen.
Wann spielt das Glockenspiel am Neuen Rathaus Lindau?
Das Lindauer Glockenspiel erklingt nach den aktuellen Angaben von Lindau Tourismus jeden Tag um 11:45 Uhr und um 17:45 Uhr. Die Glocken befinden sich in einer kleinen Gaube im oberen Bereich der zum Bismarckplatz gerichteten Fassade.
Sei am besten fünf Minuten vorher am Platz. Gerade während der Sommersaison ist rund um das Alte Rathaus viel los, und wer erst beim ersten Glockenschlag ankommt, sucht häufig noch nach dem richtigen Gebäude.
Der beste Platz zum Zuhören
Stelle dich nicht unmittelbar an die Hauswand. Von der Mitte des Bismarckplatzes aus kannst du den Giebel vollständig sehen und die Glocken besser lokalisieren.
Ein guter Standort liegt ungefähr zwischen dem Neuen Rathaus und der Freitreppe des Alten Rathauses. Von dort hast du beide Gebäude im Blick und kannst das Glockenspiel gleichzeitig fotografieren oder filmen.
Bei starkem Verkehrslärm, Gesprächen auf dem Platz oder gut besetzten Außenterrassen wirken die Glocken etwas leiser. Der Termin um 11:45 Uhr lässt sich häufig gut in einen Vormittagsrundgang integrieren. Um 17:45 Uhr ist die Atmosphäre auf dem Platz meist lebhafter.
24 Bronzeglocken und mehr als 80 Musikstücke
Das heutige Glockenspiel wurde 2003 von Otto Baur aus Neustadt in Holstein gebaut und installiert. Es besteht aus 24 gestimmten Bronzeglocken, die elektronisch angeschlagen werden. Das Repertoire umfasst nach Angaben von Lindau Tourismus derzeit 81 Musikstücke.
Nicht jeden Tag erklingt dieselbe Melodie. Das Programm wechselt monatlich und wird zu besonderen Anlässen angepasst. Beim Lindauer Kinderfest kann beispielsweise „Lindau Hoch“ gespielt werden, während beim Narrensprung das Stück „Hoppla Ho“ vorgesehen ist.
Genau dieser Wechsel macht das Glockenspiel interessanter als eine fest programmierte Uhrmelodie. Wer Lindau mehrmals besucht, kann zu unterschiedlichen Jahreszeiten andere Stücke hören.
Kann man das Neue Rathaus besichtigen?
Eine reguläre Innenbesichtigung wird nicht angeboten. Das Gebäude ist heute kein öffentlich zugängliches Rathausmuseum, sondern wird seit 2015 als Wohn- und Geschäftshaus genutzt. Besichtigt werden daher vor allem die Fassade und das Glockenspiel.
Öffnungszeiten oder Eintrittspreise gibt es für das Neue Rathaus deshalb nicht. Der Bismarckplatz ist frei zugänglich, sodass du das Gebäude jederzeit von außen ansehen kannst. Für das Glockenspiel musst du lediglich eine der beiden täglichen Spielzeiten abpassen.
Das ist ein wichtiger Unterschied zum Namen: Das Neue Rathaus ist weder ein moderner Verwaltungsbau noch der heutige zentrale Anlaufpunkt für Behördengänge. Es handelt sich um ein historisches ehemaliges Rathaus aus dem frühen 18. Jahrhundert.
Warum heißt das Gebäude „Neues Rathaus“?
Neu ist das Neue Rathaus nur im Vergleich zum unmittelbar benachbarten Alten Rathaus. Es wurde zwischen 1706 und 1717 errichtet und ist damit inzwischen selbst mehr als 300 Jahre alt. Das Alte Rathaus von Lindau entstand bereits zwischen 1422 und 1436.
Ab 1806 übernahm der barocke Neubau vollständig die Rathausfunktion. Damit standen am Bismarckplatz zwei Gebäude nebeneinander, die unterschiedliche Aufgaben innerhalb der städtischen Verwaltung erfüllten. Später verlor das Neue Rathaus seine ursprüngliche Funktion und wurde schließlich in ein Wohn- und Geschäftshaus umgewandelt.
Der Name blieb trotzdem erhalten. Wer heute nach dem „Rathaus Lindau“ sucht, sollte deshalb unterscheiden zwischen:
- dem Alten Rathaus mit seiner bemalten historischen Fassade,
- dem Neuen Rathaus mit dem Glockenspiel,
- und den heutigen Dienststellen der Stadtverwaltung außerhalb dieses historischen Ensembles.
Geschichte des Neuen Rathauses
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts reichten die vorhandenen Räume des Alten Rathauses offenbar nicht mehr aus. Direkt daneben entstand deshalb zwischen 1706 und 1717 ein zusätzlicher Verwaltungsbau.
Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege beschreibt das Gebäude als dreigeschossiges Eckhaus mit einem dreistöckigen Volutengiebel. Eine Renovierung soll 1885 durch den bekannten Architekten Friedrich von Thiersch erfolgt sein, wobei die amtliche Denkmalliste diese Zuschreibung ausdrücklich als nicht vollständig gesichert bezeichnet. Der Giebel wurde um 1925 erneuert.
Während seiner Zeit als Rathaus befanden sich in dem Gebäude Verwaltungsräume. Zeitweise war im zweiten Obergeschoss auch die Wohnung des Bürgermeisters untergebracht. Im Erdgeschoss gab es später unter anderem eine Polizeiwache.
Heute steht das ehemalige Rathaus als Baudenkmal unter Schutz. Es trägt die Denkmalnummer D-7-76-116-44.
Die Architektur genauer ansehen
Das Neue Rathaus wirkt auf den ersten Blick vergleichsweise schlicht. Bei genauerem Hinsehen lassen sich jedoch zahlreiche typische Gestaltungselemente des Barocks entdecken.
Der geschwungene Volutengiebel
Das auffälligste Merkmal ist der hohe, in drei Ebenen gegliederte Volutengiebel. Als Voluten werden die seitlich eingerollten, schneckenförmigen Verzierungen bezeichnet. Sie lassen den ansonsten breiten Bau nach oben hin leichter und bewegter erscheinen.
Vasenaufsätze, kleine Obelisken und geschwungene Abschlüsse verstärken diese Wirkung. Der Giebel bildet einen deutlichen Kontrast zur geraden Fensterordnung der unteren Geschosse.
Die rote Fassade
Durch die rote Färbung hebt sich das Neue Rathaus klar von den umliegenden Häusern ab. Weiße Fensterläden und helle Eckquaderungen gliedern die große Fläche.
Besonders gut ist diese Gestaltung vom Bismarckplatz aus zu erkennen. Aus der schmaleren Maximilianstraße wirkt das Gebäude dagegen deutlich massiver.
Die Glockengaube
Im oberen Teil der Fassade sitzt die Gaube, in der die Bronzeglocken untergebracht sind. Außerhalb der Spielzeiten wird sie leicht übersehen. Kurz vor 11:45 oder 17:45 Uhr lohnt es sich daher, den Blick bewusst nach oben zu richten.
Altes und Neues Rathaus: Was ist der Unterschied?
Die beiden Rathäuser stehen direkt nebeneinander, stammen aber aus unterschiedlichen Jahrhunderten und sehen vollkommen verschieden aus.
Das Alte Rathaus ist der ältere und wesentlich aufwendiger gestaltete Bau. Seine Fassadenmalereien, die große Freitreppe und die historischen Darstellungen ziehen die meisten Blicke auf sich. Das Neue Rathaus erscheint daneben ruhiger und geschlossener.
Gerade zusammen bilden die Gebäude jedoch eines der interessantesten Architekturensembles der Lindauer Insel:
- Altes Rathaus: gotischer Ursprung, reich bemalte Fassaden und große Außentreppe
- Neues Rathaus: barocker Bau, roter Volutengiebel und Glockenspiel
- Bismarckplatz: gemeinsamer Platz zwischen den historischen Gebäuden
- Maximilianstraße: zentrale Fußgänger- und Flanierstraße der Altstadt
Wer nur die bekannte Malerei des Alten Rathauses fotografiert, übersieht leicht, dass sich direkt daneben mehr als zwei Jahrhunderte Lindauer Baugeschichte miteinander vergleichen lassen.

Der beste Blick auf das Neue Rathaus
Für ein vollständiges Foto der Hauptfassade eignet sich der Bismarckplatz in Lindau besser als die enge Maximilianstraße.
Gehe einige Schritte in Richtung Mitte des Platzes und halte die Kamera möglichst gerade. Bei einem zu nahen Standort kippen die Linien des hohen Giebels stark nach hinten.
Am Vormittag ist die Umgebung häufig noch etwas ruhiger. Während der Mittagszeit und am frühen Abend beleben Besucher, Stadtführungen und Außengastronomie den Platz. Dadurch entstehen entweder schöne lebendige Aufnahmen oder störende Menschenansammlungen – je nachdem, welches Bild du machen möchtest.
Für ein gemeinsames Foto von Altem und Neuem Rathaus brauchst du einen etwas seitlicheren Standort. Besonders interessant ist der direkte Kontrast zwischen der bemalten Fassade des Alten Rathauses und dem roten Barockgiebel des Neuen Rathauses.
Wie viel Zeit solltest du einplanen?
Als einzelnes Ziel benötigt das Neue Rathaus nicht viel Zeit. Die folgenden Zeitangaben funktionieren für die meisten Besucher gut:
- Nur Fassade ansehen: etwa 5 bis 10 Minuten
- Auf das Glockenspiel warten: etwa 15 bis 20 Minuten
- Mit Bismarckplatz und Altem Rathaus: etwa 30 Minuten
- Als Teil eines Altstadtrundgangs: ungefähr eine Stunde für das nähere Umfeld
Ein eigener langer Anfahrtsweg nur für das Neue Rathaus lohnt sich kaum. Als Station innerhalb eines Spaziergangs durch Lindau am Bodensee ist es dagegen ideal.
Plane deinen Rundgang möglichst so, dass du gegen 11:40 oder 17:40 Uhr am Bismarckplatz ankommst. Dann musst du nicht unnötig auf das Glockenspiel warten.
Was liegt direkt in der Nähe?
Das Neue Rathaus steht im Zentrum der historischen Inselstadt. Viele sehenswerte Gebäude liegen nur wenige Schritte entfernt.
Direkt angrenzend befinden sich das Alte Rathaus und der Bismarckplatz. Von dort gelangst du unmittelbar in die Maximilianstraße in Lindau mit ihren historischen Bürgerhäusern, Geschäften und Gaststätten.
Statt möglichst viele Ziele in kurzer Zeit abzuhaken, lohnt sich auf diesem Abschnitt ein langsamer Rundgang. Zahlreiche Fassaden besitzen Erker, Giebel, alte Wirtshausschilder oder kleine bauliche Details, die beim schnellen Durchlaufen kaum auffallen.
Lohnt sich das Neue Rathaus Lindau?
Das Neue Rathaus ist keine Sehenswürdigkeit, in der du mehrere Stunden verbringen wirst. Es gibt keine große Ausstellung, keinen Aussichtspunkt und keine regulär zugänglichen historischen Innenräume.
Trotzdem lohnt sich der kurze Stopp. Dafür sprechen vor allem:
- das täglich zweimal erklingende Glockenspiel,
- der auffällige barocke Volutengiebel,
- die Lage direkt neben dem Alten Rathaus,
- der unmittelbare Vergleich zweier Bauepochen,
- die einfache Einbindung in jeden Altstadtrundgang.
Am interessantesten ist der Besuch kurz vor einer Spielzeit. Ohne Glockenspiel bleibt das Neue Rathaus ein sehenswertes historisches Gebäude; mit den Glocken bekommt der Platz zusätzlich einen eigenen Moment, für den es sich lohnt, einige Minuten stehen zu bleiben.
FRQ – Häufige Fragen zum Neuen Rathaus Lindau
Wann spielt das Glockenspiel am Neuen Rathaus Lindau?
Das Glockenspiel erklingt täglich um 11:45 Uhr und um 17:45 Uhr. Da sich Spielzeiten grundsätzlich ändern können, empfiehlt sich vor einer längeren Anreise eine Kontrolle bei Lindau Tourismus.
Wo befindet sich das Neue Rathaus Lindau?
Das Gebäude steht am Bismarckplatz 3 auf der Lindauer Insel. Es befindet sich direkt neben dem Alten Rathaus und an der Maximilianstraße.
Kann man das Neue Rathaus von innen besichtigen?
Eine reguläre Innenbesichtigung wird nicht angeboten. Das ehemalige Rathaus wird heute als Wohn- und Geschäftshaus genutzt. Besichtigt werden können die Fassade und das Glockenspiel.
Kostet das Glockenspiel Eintritt?
Nein. Das Glockenspiel ist kostenlos vom öffentlich zugänglichen Bismarckplatz aus zu hören.
Wie viele Glocken hat das Lindauer Glockenspiel?
Das Glockenspiel besteht aus 24 gestimmten Bronzeglocken. Sein Repertoire umfasst derzeit 81 Musikstücke.
Wie alt ist das Neue Rathaus Lindau?
Das Gebäude wurde zwischen 1706 und 1717 errichtet und ist damit mehr als 300 Jahre alt.
Warum heißt es Neues Rathaus?
Der Name dient der Unterscheidung vom deutlich älteren Nachbargebäude. Das Alte Rathaus wurde bereits im 15. Jahrhundert errichtet. Das sogenannte Neue Rathaus kam Anfang des 18. Jahrhunderts hinzu.
Wird das Gebäude noch als Rathaus genutzt?
Nein. Das Gebäude ist heute nicht mehr der Sitz der Stadtverwaltung. Seit 2015 dient es als Wohn- und Geschäftshaus.
Wie lange dauert ein Besuch?
Für die Fassade und das Glockenspiel reichen meist 15 bis 20 Minuten. Zusammen mit dem Alten Rathaus, dem Bismarckplatz und der Maximilianstraße solltest du etwa 30 bis 60 Minuten einplanen.
Was ist am Neuen Rathaus besonders?
Besonders auffällig sind die rote Fassade, der dreistöckige Volutengiebel mit Vasen und Obelisken sowie das zweimal täglich erklingende Glockenspiel.